Das Anlagejahr 2026 beginnt mit einer bemerkenswerten Resilienz der Weltwirtschaft. Während die Märkte 2024 und 2025 noch von der Sorge vor einer harten Landung geprägt waren, festigt sich nun das Bild einer „sanften Landung 2.0“. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert ein globales BIP-Wachstum von soliden 3,3 %, getragen von einer zunehmenden Integration Künstlicher Intelligenz in reale Wertschöpfungsketten. Wir beobachten, dass der Fokus der Investoren weg vom bloßen KI-Hype hin zur tatsächlichen Ergebniswirksamkeit wandert. In diesem Umfeld bleibt die Inflation zwar „sticky“, nähert sich jedoch in den meisten Industrienationen den Zielmarken an, was den Zentralbanken den nötigen Spielraum für eine Normalisierung der Geldpolitik verschafft.

An den Aktienmärkten setzt sich die Dominanz der USA fort, wenngleich die Bewertungen mit einem S&P 500-Ziel von rund 7.800 Punkten ambitioniert bleiben. Das Gewinnwachstum je Aktie (EPS) wird durch den „AI Supercycle“ gestützt, wobei wir für 2026 mit spürbaren Zuwächsen rechnen. Im Vergleich dazu agieren europäische Märkte verhaltener: Der STOXX Europe 600 strebt ein moderates Plus von etwa 8 % an. Während europäische Technologiewerte und Banken von soliden Fundamentaldaten profitieren, bremsen strukturelle Herausforderungen im Industriesektor das Momentum. Hier bleibt die selektive Titelauswahl (Stock-Picking) entscheidend, da die Bewertungsunterschiede zwischen den Sektoren historisch hoch bleiben.

Die Zins- und Devisenmärkte reflektieren derzeit eine interessante Divergenz zwischen der Federal Reserve und der EZB. Während die Fed ihren Lockerungszyklus fortsetzen dürfte und die Leitzinsen Richtung 3,00 % bis 3,25 % steuert, signalisiert die EZB nach den jüngsten Daten eine längere Pause bei etwa 2,00 %. Diese Verengung des Zinsdifferenzials stützt den Euro, für den Analysten Kursziele von bis zu 1,20 USD bis Mitte des Jahres aufrufen. Für Anleiheinvestoren bedeutet dies: Die Phase der „risk-free returns“ ist vorbei; aktive Duration-Steuerung und die Fokussierung auf Credit-Spreads sind nun die primären Renditetreiber in den Portfolios.

Im Rohstoffsektor erleben wir ein anderes Bild als in 2025 zwischen Energieträgern und Edelmetallen. Während Rohöl einen Boden gefunden haben dürfte und immer mehr Argumente pro Öl aufkeimen, fungiert Gold weiter als der strahlende Sieger des Monats. Mit Kurszielen von bis zu 7.150 USD pro Unze profitiert das Edelmetall von sinkenden Realzinsen und den politischen Unwägbarkeiten. Zusammenfassend lässt sich sagen: 2026 ist das Jahr, in dem Diversifikation nicht mehr nur ein Schlagwort ist, sondern die notwendige Antwort auf eine fragmentierte Weltwirtschaft. Wir bleiben für Risikoanlagen optimistisch, mahnen jedoch zur Wachsamkeit bei geopolitischen Volatilitätsspitzen.

Die regelbasierte Anlagestrategie des GVS Golden Opportunities generierte im Januar ein weiteres Verkaufssignal in der Nähe der Allzeithochs im Miningsektor.  Zum Monatsende sah die Allokation des GVS Golden Opportunities wie folgt aus:  69 % Aktien, 15 % Gold, 8 % Anleihen und 8 % Liquidität.

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